Armidale

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Die einzige Universitätsstadt auf dem New England Plateau ist gleich in mehreren Beziehungen eine Rarität. Einerseits ist schon die Universität selbst eine ungewöhnlich Einrichtung – es gibt in Australien fast keine „Universitätsstädte“, die durch die Studentenkultur so stark beeinflusst werden wie Armidale, da sich fast alle Hochschulen in den Hauptstädten oder vergleichbar großen Metropolen befinden.

Armidale hingegen ist vergleichsweise klein – auf die rund 22.000 Einwohner kommen 17.000 Studenten, die an der University of New England eingeschrieben sind. Allerdings zieht Armidale seine Bevölkerung nicht, wie diese Zahlen vermuten lassen würden, fast nur aus Studenten – rund zwei Drittel der angehenden Akademiker studieren ausschließlich per Internet und sind daher nicht einmal in der Nähe von Armidale wohnhaft.

Dennoch kann man Armidale ohne Zweifel als eine Stadt der Bildung  bezeichnen, denn neben der Universität gibt es noch zwei renommierte Fachhochschulen und wichtige Internate, so dass die Stadt trotz der Ungebundenheit ihrer Universitätsstudenten viele junge Menschen beherbergt.

Neben diesem Schwerpunkt der Bildung ist aber auch die Vegetation in den Parks des Städtchens selten. Eigens importierte europäische Laubbäume, die unter den Bedingungen der ausgeprägten Jahreszeiten im New England District gut gedeihen, verleihen Armidale besonders im Herbst ein ausgeprägt europäisches Äußeres.

Die kleine Stadt ist trotz der besonderen Bevölkerungsstruktur auf jeden Fall ein einladendes Örtchen. Erkundungen mit dem Fahrrad bieten sich an, doch gibt es in der Stadt auch viele Angebote zu Guided Tours, die über die Geschichte und die Besonderheiten des Ortes aufklären.

Ein großes kulturelles Angebot, wahrscheinlich belebt durch den großen Anteil von Intellektuellen in der Bevölkerung, erlaubt auch in der kleinen Stadt des Verleben angenehmer Abende.

Zu diesem kulturellen Angebot gehört zum Beispiel auch das New England Regional Art Museum, die am besten ausgestattete australische Kunstgalerie in der Provinz.

Vor allem die Hinton Art Collection, die einige wahre Perlen der australischen Kunst zwischen 1850 und 1950 ihr Eigen nennt, trägt zu diesem guten Ruf bei.

Ein andere wichtige kulturelle Einrichtung ist das Armidale Folk Museum im Stadtzentrum, oder das Aboriginal Centre and Keeping Place, ein Zentrum der Aboriginal-Kultur, welches regelmäßig interessante Ausstellungen anbietet.

Rund fünf Kilometer außerhalb der Stadt liegt der Campus der Universität, der auch per Radweg zu erreichen ist (was sich bei den ansässigen Studenten großer Beliebtheit erfreut, da man in Armidale nicht unbedingt ein Auto benötigt und die knappe Kasse vieler Studenten diesem Umstand dankbar Rechnung trägt).

Einige Spezialmuseen machen den Besuch der University of New England auch für Touristen interessant; faszinierend ist aber auch das alte Herrenhaus Booloominbah, welches nun als Verwaltungsgebäude der Universität genutzt wird.

Wie man in einer ländlichen Umgebung wie dem New England Plateau kaum anders erwarten würde, bietet sich Armidale auch als Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegenden National Parks an.

Im Osten der Stadt, nahe dem Rand des Hochplateaus, findet man gleich zwei dieser Parks. Der Oxley Wild Rivers National Park sticht vor allem durch seinen zerklüfteten Aufbau auf – die Schutzgebiete dieses Parks erstrecken sich wie ein Flickenteppich über etliche Kilometer und umfassen mehrere hohe, sensationell anzusehende Wasserfälle. Unter diesen ist auch der Wollombi Falls, einer der größten Fälle in Australien überhaupt. Mehr als 200 Meter stürzen die Wasser des Wollombi River dort in die Tiefe. Ganz in der Nähe liegen auch die schönen, aber kleineren Chandler Falls.

Bild von jemasmith

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