Wirtschaft

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Im Vergleich zu vielen europäischen Ländern müssten die Australier, so sollte man meinen, auf eine sorglose Zukunft blicken – kaum ein Land ist heute noch so reich an Bodenschätzen wie dieser Kontinent.

Dennoch ist die wirtschaftliche Lage Australiens nicht so einfach zu beurteilen, wie man anhand dieser Tatsache vielleicht meinen würde.

Die vorhandenen Ressourcen allein reichen keineswegs aus, ein Auf und Ab der Wirtschaft zu verhindern – recht stark schwankende Arbeitslosenzahlen sind ein Ausdruck dieser wirtschaftlichen Bewegtheit.

Australien befindet sich wirtschaftspolitisch in einer ähnlichen Lage wie viele westliche Industrieländer – die australischen Gewerkschaften haben im Laufe ihrer Geschichte eine Menge Erfolge erzielt, und infolgedessen ist Australien als Wirtschaftsstandort nicht unumstritten. Hohe Lohnkosten, vor allem aber auch hohe Nebenkosten und relativ starker Kündigungsschutz bremsen wie in Deutschland in Zeiten schwacher Konjunktur die Investitionsfreudigkeit australischer Unternehmer und lassen die Arbeitslosenzahlen anschwellen. Allerdings befindet sich Australien seit der Mitte der Neunziger Jahre in einer Aufschwungphase.

Dennoch ist die grundsätzliche Entwicklung im Land nicht unumstritten. Wie viele Industrienationen besteht auch in Australien die Tendenz, viele Produktionsstufen ins asiatische Ausland zu verlegen, da einfache Produktionsvorgänge dort weitaus günstiger zu vollziehen sind.

Dies war auch einer der Gründe für die zeitweilig größte Schwäche der australischen Wirtschaft – zwar sorgte der Reichtum an Bodenschätzen stets für einen gewissen Grundwohlstand, doch hatten die hohen Produktionskosten in Australien zu einer zu hohen Importrate von technologischen Produkten geführt, die allein durch Bodenschätze nicht ausgeglichen werden konnte. Die Folge war eine Rezession in den späten Achtziger Jahren, in der Australien über mehrere Jahre keine positive Außenhandelsbilanz verbuchen konnte.

Ganz gleich, wie die Entwicklung in Australien weitergehen wird – es scheint sicher, dass zwei Standbeine die Grundlage der australischen Wirtschaft bilden: nämlich die Landwirtschaft und der Bergbau, die beiden von den natürlichen Reichtümern Australiens profitieren können – von der Weite des Landes und von seinen Bodenschätzen.

Rund zwei Drittel der Fläche Australiens werden landwirtschaftliche genutzt, entweder als Weideland oder zum Anbau von Getreide, insbesondere Weizen. Schaf- und Rinderzucht sind die wichtigsten landwirtschaftlichen Zweige, während insgesamt der Bodenschatzabbau die wirtschaftliche Bilanz dominiert. Kein Wunder – mit reichen Vorkommen an Kohle, Zink, Blei, Bauxit, Eisen, Uran, Gold und Diamanten nimmt Australien in dieser Beziehung eine weltweite Spitzenposition ein.

Das Problem, als Rohstofflieferant weitgehend von den Exportpreisen der Industrienationen abhängig zu sein, versuchte Australiens durch den Aufbau eigener weiterverarbeitender Industrien zu beheben. Allerdings war dies – wie in allen Ländern, die keine klassischen Niedriglohnländer sind – mit einigen Schwierigkeiten verbunden und ist bis heute nicht so recht gelungen.

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