Bathurst

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Die 1815 gegründete Siedlung, die vom in Sydney legendären Gouverneur Macquarie proklamiert wurde, ist der älteste Ort im Inneren von Australien.

In den ersten Jahren entwickelte sich Bathurst nur langsam. Wie viele Kolonien war es zuerst eine Militär- und Sträflingsniederlassung, und trotz zunehmender Bemühungen von Seiten der Regierung wollte sich keine rechte Bewegung einstellen. Zwar sollte der Ort eigentlich eine Versorgungsbasis für die Viehzüchter in der umliegenden Gegend sein (eine Funktion, die für die Versorgung Sydneys und des Umlandes zentral war), doch sollte es bis 1851 dauern, ehe genug Schwung in die Siedlung kam, diese Pläne auch umzusetzen.
Es ist eine recht einfache Tatsache, die dafür sorgte, dass die Entwicklung rasant voran ging: der Goldrausch, der auf die Funde im Lewis Ponds Creek zurückging, lockte eine so große Zahl von Siedlern an, dass Bathurst gar nicht mehr anders konnte, als aus seinem geruhsamen Halbschlaf zu erwachen.

Nachdem man in der gesamten Umgebung auf reichliche Waschgold vorkommen gestoßen war, kannte das Goldfieber keine Grenzen mehr.

Doch auch wenn nur wenige Schürfer wirklich mit dem Glück gesegnet waren, reichliche Schätze aus dem Wasser zu holen, profitierte Bathurst doch auf jeden Fall von dieser Entwicklung. Da die Siedlung die nächste in der Nähe des Goldfundgebietes war, konnten die Menschen von Bathurst ganz einfach an der Versorgung der Goldwäscher verdienen, was dem Ort zu prächtigem Gedeihen verholf.

Nur 30 Jahre nach Beginn des Goldrausches proklamierte der Gouverneur Bathurst bereits zur Stadt.

Heute ist die Siedlung, die etwas mehr als 200 Kilometer von Sydney entfernt liegt, ein charmantes kleines Landstädtchen, dem man vom Goldrausch kaum noch etwas anmerkt. Zwar ist in den Flüssen da und dort wirklich noch ein wenig Gold zu finden, doch hat Bathurst seit den ersten Tagen des Rausches seinen eigenen Weg gefunden, sich wirtschaftlich abzusichern.

Viehzucht, Obst- und Getreideanbau sind die Standbeine des größten landwirtschaftlichen Zentrums in der Nähe von Sydney, die zu einem gewissen Wohlstand verholfen haben.

Interessant sind allerdings auf jeden Fall die historischen Gebäude, die in einigen Straßenzügen noch beinahe unberührt erhalten geblieben sind.

Zu diesen Gebäuden gehört auch das historische Gerichtsgebäude, welches kurz vor der Proklamation Bathursts zur Stadt erbaut wurde. Das Court House gilt als das schönste öffentliche Gebäude in Bathurst, und die Beliebtheit bei den Besuchern führte vor einiger Zeit auch noch zur Gründung des Historical Museums in der gleichen Straße. Hier widmet man sich der Regional- und Pioniergeschichte, doch lässt man – ganz dem modernen australischen Zeitgeist entsprechend – auch die Aborigines nicht außen vor.

Der Geschichte der Stadt, die ja eindeutig vom Goldrausch und seinen weiteren Umständen geprägt ist, widmen sich die Bathurst Gold Fields in der Conroc Straight. Dabei handelt es sich um ein nachgebautes Goldgräberfeld, in dem Besucher Methoden der Goldgewinnung und die Lebensumstände der Schürfer kennenlernen können. Sogar Unterricht im Goldwaschen wird erteilt, was sich gerade bei Kindern immer großer Beliebtheit erfreut.

Doch auch den modernen Schätzen von Bathurst widmet man sich in der Stadt. Im Bathurst Sheep and Cattle Drome, einem kleinen Informationszentrum über Schaf- und Rinderzucht, kann man eine informative und unterhaltsame Show beobachten, die den Besuchern die Schafschur und Melken näherbringt.

In der näheren Umgebung liegt der Mt Panorama, bekannt unter Motorsportfreunden als Austragungsort des Bathurst-1000 Autorennens, das jedes Jahr im Oktober stattfindet. Wenn man mit einem eigenen Auto außerhalb der Saison zum Mount Panorama Racing Circuit kommt, kann man sogar die Rennstrecke befahren und so einmal die Schwierigkeiten der Rennfahrer am eigenen Leib erleben.

In der Nähe der Rennstrecke findet man das Motor Racing Museum, in dem Rennautos und –motorräder ausgestellt werden. Kleinere Ausstellungen widmen sich verschiedenen Memorabilien dieser Sportart, während man sich auch weitergehende Informationen in den übrigen Ausstellungen beschaffen kann.

Direkt in der Nähe findet man, scheinbar als Kontrastprogramm zum Motorsportzentrum, das Sir Joseph Bankes Nature Reserve, wo Kängurus und Koalas leben.

Bei einem Aufenthalt in Bathurst kann man sich auch durchaus in der weiteren Umgebung umschauen – das Umland des kleinen ländlichen Zentrum hat ebenfalls einiges zu bieten.

Da wäre zum Beispiel Sofala, das älteste Goldgräberstädtchen Australiens mit gerade einmal 50 Einwohnern.

Drei Wochen nach den ersten Goldfunden auf dem Kontinent überhaupt entdeckte man 1851 in der Nähe des heutigen Dorfes Edelmetall, und innerhalb von wenigen Jahren wuchs Sofala auf 40.000 Einwohner an. Ein Viertel der damaligen Bevölkerung stammte aus China.

Von der Größe des Dorfes im Goldrausch ist, wie man leicht anhand der Einwohnerzahl erraten kann, nicht viel übrig geblieben. Dennoch genießt Sofala als ältestes Goldgräberstädtchen, dem man einen eigenen Charme nicht absprechen kann, touristische Beliebtheit bei den Besuchern der Gegend.

Campingmöglichkeiten bestehen entlang des Turon Rivers, einem der Flüsse, der damals vom Goldfieber besonders betroffen war. Selbst heute kann man in der Gegend von Sofala übrigens noch Gold finden, allerdings kaum mehr in einer Menge, die sich für Schürfer lohnen würde, die etwas anderes als den Spaß bei der Sache im Sinn haben.

Bild von sv1ambo

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