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Wo sich Australien-Fans in Europa wohlfühlen: Geheimtipp Cilento


2011
05.03

„Christus kam nur bis Eboli“,

schrieb Dichter Carlo Levi in seinem Bestsellerroman über den kleinen Ort südlich von Neapel. „Und der Massentourismus kam nur bis zur Amalfiküste“, ergänzt Paolo und schiebt noch schnell ein „Grazie a Dio“ hinterher, bevor er in seinem Spezialitätenladen „Prodotti Tipici“ an der Piazza von Marina di Casal Velino für Signora Grazia noch rasch einen „Mozzarella di Bufala“ einpackt. Nur weil die Touristenströme aus aller Welt jahrzehntelang kurz vor dem Cilento verebbten, konnte der südliche Zipfel Kampaniens seinen einzigartigen, unverfälschten Charakter bewahren, weiß Paolo.
kampanien
„Deshalb ist der Cilento heute der Geheimtipp Italiens“, sagt Marco Radano. Der Geschäftsführer des Italien-Spezialisten Italimar (www.italimar.com) gehört zu den Pionieren des sanften und individuellen Tourismus für Italien-Kenner, der gerade bei Australien-Fans so gut ankommt. Geo Saison zeichnete eine Italimar-Reise bei der Verleihung der Goldenen Palme aus. Bei Sonntag Aktuell erhielt der Kölner Reiseveranstalter, der auch Kochkurse, Wanderreisen und einen Traumurlaub mit einem alten Alfa Romeo Cabrio anbietet, den Touristik Preis. Italimar bietet das mit Abstand umfangreichsten Angebot an Ferienhäusern, Ferienwohnungen, Hotels und vor allem Landgütern im Nationalpark Cilento und für den Sizilien Urlaub an.

Dass die Heimat seiner Familie immer noch so ein Geheimtipp ist, grenzt fast schon an ein Wunder. Schließlich ist der Cilento mit seinen atemberaubenden Steilküsten, langen Sandstränden, malerischen Fischerdörfern, den weltberühmten antiken Tempeln von Paestum, den traumhaften Ferienwohnungen im Cilento, seinen fast 2000 Meter hohen Bergen und den riesigen Olivenhainen eines der abwechslungsreichsten Naturparadiese Europas.

„Vergessen Sie die Amalfiküste, eine Winzigkeit weiter südlich wartet ein kleines Naturparadies auf Sie: Wild und ursprünglich“, schrieb die Zeitschrift „Geo Saison“. In Paestum locken die über 2000 Jahre alten griechischen Tempel die Kulturinteressierten, die auch zu Tagesausflügen zum größten Kloster Italiens nach Padula oder nach Pompeji und Herculaneum starten. Naturliebhaber und Aktivurlauber zieht es zum Mountainbiken, Wandern oder Trekking mit dem deutschen Wanderführer Thomas ins urwüchsige Hinterland des Cilento in die Calore Schlucht mit ihrem tosenden Gebirgsfluss oder zu den größten Höhlen Süditaliens nach Pertosa.

Wo andernorts an den schönsten Fleckchen Bettenburgen in die Höhe schossen, erhielt sich der Cilento sein unverfälschtes Gesicht. Die südländische Leichtigkeit, Unbeschwertheit, Kultur und Natur, die viele früher in der Toskana suchten und mittlerweile von perfekten Tourismusindustrie verwässert sehen, finden sie heute noch im Cilento. Eine Region für Individualisten, Entdecker und Genießer. Wie die, die beim Kochkurs „Der Cilento öffnet seine Küchen“ gemeinsam mit Mamma Assuntina zwischen Töpfen, Schüsseln, Familienrezepten und viel gutem Vino vom international gefeierten Newcomer-Weingut De Conciliis die Zeit vergessen.

Im Cilento scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Hier ist vieles erhalten geblieben. Und daran wird sich auch nichts ändern. Dafür sorgt der „Parco Nazionale del Cilento e Vallo di Diano“. 1991 wurde der zweitgrößte Nationalpark Italiens gegründet. Weil hier Mensch und Natur noch im Einklang leben, erhob die UNESCO den Cilento 1998 sogar als Biosphärenreservat zum Weltkulturerbe. Touristischem Wildwuchs ist damit Einhalt geboten. Statt Betonklötze genehmigt der Nationalpark nur kleinere Hotelneubauten, wie das traumhafte Altstadthotel „Marulivo“ in Pisciotta .

Im Schatten der antiken griechischen Ausgrabungen von Velia schmiegen sich traumhafte Ferienhäuser an die Hänge; oft nur wenige hundert Meter vom kilometerlangen Sandstrand von Marina di Casal Velino entfernt. Familien mit Kindern können zwischen Meer und Pool pendeln und von dem Badeort aus zu Ausflügen in die Umgebung, zum Reiten, Segeln oder Surfen aufbrechen.

Gerade auch in der Bucht von Marina di Casal Velino mit seinem Sarazenenwachturm aus dem 12. Jahrhundert und zahlreichen Top-Restaurants wie das Fischlokal „Il Morgana“ am Hafen oder das Genießerrestaurant „Le Tre Sorelle“ an der Straße zum hoch im Hang liegenden alten Ortskern von Casal Velino wird Wassersport groß geschrieben. Wenn Sie also nicht grade die wunderschönen Buchten der Hotels auf Sizilien mögen bietet Ihne der Cilento Nationalpark alles was Ihr Herz begehrt.

Die „Frankfurter Rundschau“ lobte „das saubere und klare Wasser im Badeparadies“. Eine italienische Umweltorganisation verleiht den Cilento-Küsten deshalb seit Jahren die genauso seltene wie begehrte Auszeichnung „Bandiera Blu“. Schroffe Steilküsten, wechseln sich mit einsamen Sandstränden rund um das berühmte Kap von Palinuro ab. Eine Bootstour auf den Spuren Odysseus führt vorbei an zauberhaften Badebuchten zur „Blauen Grotte“ von Palinuro, die der berühmten Schwester in Capri um nichts nachsteht.

Wichtiger noch als harmonisch in die Landschaft integrierte Hotels, ist dem Nationalpark jedoch die Förderung der „Agriturismi“ – Landgüter, die Gäste beherbergen und so an ihrer zum Teil Jahrhunderte alten Tradition teilhaben lassen. Ein Paradebeispiel für Landgüter dieser Art ist das Landgut „Il Mulino“ in der Nähe des schönen Hafenstädtchens Acciaroli . Mit viel Liebe und Einsatz restaurierten Luisa und Ihr Mann die alten Gemäuer und wandelten sie in einen der einladendsten Agriturismi der Region um. Mit herrlichem Blick auf das nur wenige Autominuten entfernte Meer entstand in herrlicher Ruhe und einzigartiger Natur eine der ersten Adressen für Genießer. Luisa kocht am liebsten typische Cilento-Gerichte nach den Rezepten ihrer Familie. 90 Prozent der Zutaten stammen aus eigenem Anbau. Besonders stolz ist Luisa auch auf ihre eigenen Produkte: Wein, Liköre, Olivenöl, Marmeladen, Honig, Wurst und Käse sind genauso hausgemacht wie die berühmte Pasta.

Eigener Anbau ist Ehrensache – das gilt auch für die Familie von Vittorio, die mit ihrem Landgut „I Fornari“ eine traumhaft ruhige Oase mit allem Komfort geschaffen hat. Nur rund 15 Autominuten von den Sandstränden bei Marina di Casal Velino entfernt, entspannen die Gäste tagsüber am Pool oder im Schatten eine viele hundert Jahre alten Olivenbaums. Der Höhepunkt jedes Tages ist aber auch hier das Abendessen mit den cilentanischen Spezialitäten. Natürlich auch hier aus eigenem Anbau. Wer nach so viel dolce far niente wieder Lust auf süditalienisches Temperament hat, der fährt zum idyllischen Hafenstädtchen Acciaroli, wo die Tragflügelboote für die Tagesausflüge nach Capri und zur Amalfiküste abfahren und sich schon Ernest Hemingway zu seinem Welterfolg „Der alte Mann und das Meer“ inspirieren ließ, oder weiter zum Shoppen in die Altstadt von Salerno.